Toto, der schwarze Schwan

Gedanken zum Oktober

Gedanken zum Oktober

 

Altweibersommer

Der Abschied ist nun angesagt, es trauert die Natur,

der Sommer ist zu sehr betagt, es läuft jetzt seine Uhr.

Das Werden ist Vergangenheit, es setzt das Scheiden ein,

es zeigt sich in Erhabenheit als herbstlich schöner Schein.

Ein silberfarbnes Nachtgewand ummantelt Berg und Tal,

die Welt – sie glänzt im Ruhestand, die Sonne leuchtet fahl.

Es perlt der Tau von Halm und Blatt, der Himmel zeigt sein Blau 

und jeder Tropfen spiegelt matt, verschönt des Abschieds Grau.

Vollzogen wird ein schwerer Gang in stiller Harmonie, es ist des Lebens Abgesang, erlöschen wird es nie.

(© Klaus Ender, 1939, Bergen)

Der zehnte Monat nach dem gregorianischen Kalender und der zweite Herbst-Monat, war der achte Monat des römischen Kalenders und verdankt seinen Namen so dem lateinischen Namen der Zahl Acht („okto“).

In Hexenkreisen wird der Oktober als letzter Monat des Jahres gefeiert. In vielen Traditionen beginnt das Hexenjahr im November schon neu. Daher nutzte und nutzt man im Oktober die Energien der Neuordnung und des «in Ordnung bringens» Es ist schon interessant und zugleich amüsant, wenn man bedenkt, wie unsere Vorfahren die Monate interpretierten. Für den Oktober galt, dass alte Streitigkeiten beigelegt wurden, man verabschiedete sich von Liebeleien ohne Zukunft und auch von alten Gefühlen. Schulden mussten bezahlt werden – man machte so quasi reinen Tisch. Damit das neue Jahr unbelastet beginnen konnte.

Zum Thema Schulden mussten bezahlt werden: Bis weit in unsere heutige, moderne Zeit hinein gilt in der Landwirtschaft der 31. Oktober bzw. der 1. November als Zahltag. Die Bauern, die Ländereien gepachtet haben, mussten ihren jährlichen Pachtzins spätestens am 1. November eines Kalenderjahres bezahlt haben.

Am 11.10. feierte man Meditrinalia für Gesundheit und Glück – das ist sozusagen die Basis für alle Weinfeste entlang der Rebenanbaugebiete. Hier in unserer Region sind Mosel, Saar, Rhein und Ahr beliebte Ziele für Tages- oder Wochenendausflüge.

Die Meditrinalia war ein altrömisches Weinfest, welches am 11. Oktober stattfand. An diesem Tag wurde der neue Most erstmals gekostet, nachdem zuvor ein Trankopfer (Libation) dargebracht worden war. Klug wie sie damals waren, die alten Römer wussten es zu schätzen, dass Medizin eben nicht immer bitter sein musste. Der Name des Festes wurde nämlich von mederi („heilen“) abgeleitet.

Warum schrieb man damals dem Wein eine heilende Wirkung zu? Kluge Köpfe waren der Meinung, wenn man den neuen Most mit eingekochtem Most des Vorjahres vermischte und dem so gemischten und durch die Opfergabe gesegneten Wein musste der unbedingt gesundheitsförderliche Wirkung zeigen. Er sollte so gegen alte und neue Krankheiten helfen. In alten Überlieferungen fand man den Trinkspruch: «Novum vetus vinum bibo, novo veteri morbo medeor.» „Ich trinke neuen und alten Wein, um von neuer und alter Krankheit geheilt zu werden.“

Und so ist es Brauch geblieben, an diesem Tag eine Flasche Wein oder Traubensaft zu teilen und einen Teil davon angemessen zu opfern. Aber unbedingt dran denken: Der größere Teil beim Teilen geht in das Trankopfer! Dieser Anteil wird in der Natur an einem schönen Ort über passenden Objekt(en) vergossen, die direkt auf den Erdboden liegen. Edelsteine oder Schmuckstücke bieten sich dafür besonders an. Dabei trinken die Anwesenden den Wein oder Saft und wünschen sich gegenseitig Glück und Gesundheit. Die begossenen Gegenstände können von den Teilnehmern der Libation danach ein Jahr lang als Talisman für Glück und Gesundheit verwendet werden. Manche Überlieferungen sprechen diesen Brauch dem 3. Oktober zu, dem Tag des Dionysos (griechisch) bzw. Bacchus (römisch), den Götter des Weines und der Trauben, des Rausches und der Ekstase.

18.10. – Kartoffeltag und Kartoffel-Magie

Am 18. Oktober (Lukastag) brannten früher auf den Äckern die Kartoffelfeuer. Das welke Kartoffellaub wurde verbrannt und in der Glut wurden ganze Kartoffeln gegart. Ein Fest der Dankbarkeit und der Freude, für dieses wichtige Nahrungsmittel.

Und nun zum Oktoberfest. Jeder hat davon gehört, viele waren schon da und auf der ganzen Welt wird das German Oktoberfest gefeiert. Es ist schon ein seltsames Bild, wenn in Bangkok am Flughafen asiatische Menschen in Lederhosen und Dirndln Bier aus Krügen trinken. Oder in New York in einem angesagten Club deutsche Bierzeltmusik zu hören ist und die Banker der Wall Street Maßkrüge schwenkend lauthals mitsingen.

Die wenigsten wissen, warum das Oktoberfest gefeiert wird, bei unseren Recherchen im Internet fanden wir dann die Erklärung, die auch uns noch fremd war. Die Bajuwaren unter uns höre ich schon sagen «Die Preussn mal wieder»

Das erste Oktoberfest wurde am 17. Oktober 1810 auf der heutigen Theresienwiese gefeiert. Na ja, mit der heutigen, weltbekannten «Wiesn» hat dieses Fest nicht viel gemeinsam. Grund und Anlaß für das erste Oktoberfest war die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Diese Hochzeit war sehr wichtig und musste deshalb auch standesgemäß groß gefeiert werden. Andreas von Dall’Armi, seines Zeichens Bankier und Kavelleriemajor, kam auf die Idee, das ein großes Pferderennen unbedingt zur Feier gehören müsse. Selbstverständlich durfte der damalige König, Max Josef von Bayern nicht übergangen werden. Doch dieser war richtig begeistert von dem Vorschlag und so kam es, dass das Fest auf der damaligen «Wiesn» ausgerichtet wurde.

Erst nach der Hochzeit wurde diese Wiese in «Theresienwiese» umbenannt. Das Volk war von diesem Fest derart begeistert, dass sofort klar wurde, dass dieses Fest nun jährlich stattfinden soll. In den nächsten beiden Jahren wurde es daher vom „Landwirtschaftlichen Verein in Bayern“ veranstaltet. Dort standen die Präsentation von neuartigen Landwirtschaftstechniken und Maschinen im Vordergrund. 1813 fiel das Fest dann zum ersten Mal aufgrund der der napoleonischen Kriege aus. Bis 1818 wurde das Fest von Privatleuten finanziert und organisiert. Erst 1819 nahmen sich die Münchner Stadtherren wieder der Aufgabe an und organisierten dieses Fest jährlich. Von dort an wurde das Fest immer größer und beliebter. Durch die Organisation der Stadt kamen jedes Jahr mehr und mehr Fahrgeschäfte und Schausteller für das Fest nach München. Ein besonderes Ereignis: Die Wächterin des Oktoberfestes – die Bavaria wurde aufgestellt.

In den Folgejahren musste das Fest öfters wegen Epidemien (Cholera) und Kriegen ausfallen. 1881 war die Welt der Wiesn wieder in Ordnung und die erste Hendlbraterei wurde eröffnet. Von da an konnten Gäste aus aller Welt die berühmten köstlichen Wiesnhendl genießen. (Na ja, das ist subjektiv, denn objektiv: "Es gibt Besseres!")

Als gegen Ende des 19. Jahrhundert der Strom auf der Wiesn ankam, wurde das Fest deutlich moderner. Jahr für Jahr fand man mehr und mehr beleuchtete Schaustellerbuden. Sogar die ersten elektrisch betriebenen Karussels wurden aufgestellt.

Und genau da kamen die großen Münchener Brauereien ins Spiel. Sie errichteten große Festhallen mit richtigen Musikkapellen. Im Jahre 1910 wurde das zu dieser Zeit größte Zelt, die Bräurosl mit 12.000 Plätzen, anlässlich des 100 jährigen Jubiläums feierlich eröffnet. Bis heute ist die Zahl der getrunkenen Maßen in diesem Zelt ungebrochen. 12.000 Hektoliter Bier wurden in diesem Jubiläumsjahr getrunken. 

Im Jahre 1950 wurde das Oktoberfest zum ersten Mal mit dem feierlichen Anzapfen eines Fasses in der Schottenhamel Festhalle durch den damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer eröffnet. Seit nunmehr 64 Jahren ist es Tradition, dass jedes Fest mit den berühmten Worten “O’zapft is” eröffnet wird, welche mittlerweile als Oktoberfest-„Slogan“ auf der ganzen Welt bekannt sind.

Bis heute hat sich das Oktoberfest zu einem bunten Fest für nahezu alle Nationen gewandelt. Nicht nur unsere unmittelbaren Nachbarn wie Italien, Holland oder Österreich besuchen München zum Oktoberfest, sondern auch viele Gäste von anderen Kontinenten nehmen die weite Anreise zum Oktoberfest auf sich, um am größten Volksfest der Welt teilzunehmen. Die heutige „moderne“ Wiesn besuchen jedes Jahr über 6 Millionen Gäste aus aller Welt.

Durch die - für uns - spannende Geschichte des Oktoberfestes haben wir die anderen Themen schon ein wenig vernachlässigt. Doch wir wollen diese Gedanken zum Oktober kurz und interessant halten. Aufgefallen ist uns aber auch, dass fast nur von Feiern und Alkohol die Rede ist.

Hmmmm In diesem Sinne, genießt den goldenen Oktober mit allen Sinnen

Eure Mary Winkens und Gabriela-Alexandra Scharff

 

Und als Schmankerl gibt es das Gedicht von unserem "neuen" Teammitglied Karin nochmals als Bild dazu.